Ökumene

In St. Otto vielgestaltige Tradition

 

„Wir glauben, dass ökumenische Arbeit die beste Investition in die Zukunft der Kirchen und der Gesellschaft ist, dass die Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus in seiner Glaubwürdigkeit behindert wird durch alles Konkurrenzdenken unter den Christen und ihren Kirchen“

(aus `Wir über uns´, Faltblatt des Ökumenischen Rates Berlin-Brandenburg)

Ökumenisches Miteinander hat in unserer relativ jungen Gemeinde eine erfreulich lange und vielgestaltige Tradition. Seit dem ersten gemeinsamen Gottesdienst mit unserer evangelischen Nachbargemeinde Zur Heimat im Jahr 1981 wurden gegenseitige Kontakte und gemeinsame Projekte bewusst geplant und gefördert wie z.B. das Zusammenwirken unserer Kirchenchöre, gemeinsame Sitzungen unseres Pfarrgemeinderates mit dem Gemeindekirchenrat Zur Heimat sowie gegenseitige Besuche bei Gemeindeereignissen und –festen. Und natürlich gegenseitige Hilfe in Notsituationen. Ferner werden durch alljähliche Veranstaltungen wie die Bibelwoche im Herbst oder den Weltgebetstag der Frauen im März weitere Nachbargemeinden – katholische wie evangelische – mit eingebunden.

Um dieses Miteinander noch zielstrebiger zu gestalten und es in unseren Gemeinden noch fester zu verankern, bildete sich vor fast 20 Jahren ein `Ökumenischer Arbeitskreis´, dem heute die Gemeinden Zur Heimat, St. Otto und Schönow-Buschgraben angehören. Zur Zeit 12 Mitglieder, davon 4 aus St. Otto, treffen sich monatlich im Wechsel reihum in den einzelnen Gemeinden. Zum einen versuchen wir, uns das anzueigenen, was offiziell in den Kirchen zum ökumenischen Anliegen diskutiert und formuliert wird wie z.B. die `Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre´, andererseits werden wir selbst aktiv, um Informationen, Fragen und Einsichten, die uns in unserem Gesprächskreis bewegten, an unsere Gemeinden weiterzugeben und für uns alle zu vertiefen.

Das geschieht vor allem auf unseren jährlichen Gemeindetagen im Februar oder März. Gemeinsames Beten und Singen im Gottesdienst mit der anregenden evangelisch-katholischen Dialog-Predigt, die sich hier im Laufe der Jahre entwickelt hat; Vorträge und Berichte von eingeladenen fachkundigen Referenten mit anschließenden Gesprächen und Diskussionen in kleineren Gruppen oder im Plenum, ein gemeinsames Mittagessen in St. Otto sowie eine abschließende Agapefeier im Gemeindesaal Zur Heimat, das sind im Allgemeinen die Elemente, die die Form unserer Gemeindetage in den letzten Jahren bestimmt haben.

Die Themen orientieren sich meist an aktuellen Fragen. So hat uns die Beschäftigung mit der Erklärung zur Rechtfertigungslehre zu dem Thema „Schuld – Versöhnung – neues Leben“ geführt. Das sich dann entwickelnde intensive Gespräch mit Pfr. Longard – lange Zeit Gefängnisseelsorger in Berlin – wird allen Beteiligten wohl nachhaltig in Erinnerung bleiben. Und in diesem Jahr fragten wir, beunruhigt durch den Balkankrieg, vor allem durch das Kriegsgeschehen im Kosovo, nach unserer christlichen Haltung dazu und nach unserer Verantwortung und suchten unter dem Thema „Die Frucht der Gerechtigkeit wird Friede sein“ (Jesaja 32/17) nach Antworten. Dabei beeindruckten uns besonders die Schilderungen Frau Bosilja Schedlichs – Leiterin des SÜDOST EUROPA Kulturzentrums – aus ihrer Versöhnungsarbeit in Berlin und im Kosovo.

Ebenfalls informativ, jedoch lockerer und unterhaltsamer gestaltet sich unser zweites jährliches Unternehmen, die ökumenische Gemeindefahrt im Spätsommer, die uns seit 1995 meist als Tagesfahrt mit dem Bus an Orte führt, die besonders für beide Konfessionen von Interesse sind. Das waren z.B. Stift und Kloster Neuzelle nahe der Oder, Jerichow und Tangermünde an der Elbe oder Heiligengrabe und der ehemals bedeutende Wallfahrtsort Bad Wilsnack nördlich von Berlin. In diesem Jahr, dem Bach-Jahr, war unser Ziel Leipzig mit Dominikanerkonvent, Thomas- und Nikolaikirche, und wenn die Beteiligung so rege bleibt wie bisher, werden wir gewiss noch zu vielen Zielen gemeinsam unterwegs sein. Und das Kennenlernen dieser Ziele und das gemeinsame Unterwegssein werden uns auf ihre Weise die trotz der Trennung fortbestehenden oder auch neu entdeckten Gemeinsamkeiten deutlicher bewußt machen oder aber sie können für bestimmte besondere Entwicklungen in unseren Kirchen mehr Verständnis wecken.

     

    P.S. Wir sind ein offener Kreis. Offen für jeden interessierten Gast, jeden neuen Teilnehmer, offen für Themenvorschläge und Anregungen. Der Name `Arbeitskreis´ sollte nicht zu eng gesehen werden. Planen und Organisieren ist nur Teil unseres Tuns. Wir verstehen uns ganz wesentlich auch als Gesprächskreis, in dem jeder unbefangen seine Erfahrungen und Anliegen, seine Fragen und Bedenken einbringen kann.

                                                    Marita Waldow

     

Fühlt sich da jemand angesprochen? In den Pfarrnachrichten können Sie lesen, wann und wo das nächste Treffen stattfindet.

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